exposition corps: dossier

Konzeption, Choreografie, Tanz
Saskia Hölbling
Musik

Heinz Ditsch
Licht, technische Leitung  

Krisha

Ein weißes Podium auf der Bühne : Eine Arena? Ein Denkmal?
Saskia Holbling erscheint, mustert prüfend den Raum.
Plötzlich wirft sich der Körper. Wird geworfen. Von einem Sog erfasst. Wie man zu Boden fällt. Der Beginn der Zeit. Aber einer rückläufigen Zeit, einer Rückkehr zum Ursprung, zu den Quellen eines Gedächtnisses, das noch nicht subjektiv ist. Einem Gedächtnis des Körpers.

Der Körper von Saskia Hölbling erinnert sich. Dabei ist das noch immer nicht sie: Ihr Gesicht ist abwesend, entzieht sich unseren Blicken durch eine ebenso befremdende wie faszinierende Verfügung über den Körper. Er erinnert sich. In Schockwellen. Das ist kein Gleiten, der Fluss des Erscheinenden ist abgehackt, fast konvulsiv. Zerstückelt, vielfältig, eine Konfrontation mit der Fragmentierung eines Körpers. Jedes Körperglied, jeder Körperteil entwickelt seine Partitur, findet zurück zu einer autonomen Existenz, die die Ganzheit nicht negiert, aber sich in einer abhanden gekommenen organischen Selbstgenügsamkeit versucht.
Saskia Hölbling befragt in ihrer Körper-Ausstellung Hautschichten, Gedächtniszellen und reflektiert dabei über körperliche Identität. Körper-Ausstellung ist nicht gleich Frauen-Ausstellung und auch nicht Subjekt-Ausstellung. Wir wenden uns vom Konstituierten ab, um den Faden der Identitätskonstitution selbst wieder zu finden. Eine Phänomenologie der Körperlichkeit gewissermaßen.

Text von Stéphanie Chaillou


Eine DANS.KIAS Produktion.
Koproduziert von den Rencontres chorégraphiques internationales de Seine-Saint-Denis und  unterstützt vom Centre Chorégraphique National de Franche-Comté à Belfort im Rahmen einer Residenz.

DANS.KIAS wird subventioniert von der Kulturabteilung der Stadt Wien.