fiction in between: reviews

Danser

Manchmal bestimmt die Kleidung den Tänzer. Etwa das knallenge schwarze Futteral, das Fabrice Ramalingom und Saskia Hölbling in fiction in between tragen. Diese Hülle verwandelt ihren Träger in eine Science-Fiction-Requisite. Und in der weiten und tiefen Dunkelheit braucht man lange, bis man menschliche Züge erkennt. Die Handlung spitzt sich zu, sobald diese beiden rätselhaften Silhouetten sich aus ihrem Kostüm schälen und in die Haut des anderen schlüpfen. Ihre Konturenlosigkeit radikalisieren, indem sie das Weibliche und das Männliche zu bloßen Accessoires – Mütze, Perücke -– reduzieren, die um die Wette vertauscht werden. Durch die verhaltene Distanz der Körper wirkt dieses Stück wattiert, in einen Traum gehüllt, der Fantasmen erzeugt. Es spielt mit der Selbstspiegelung der Themen zweite Haut und Verkörperung sozialer Codes und nimmt damit das Risiko auf sich, in Verwirrung zu stürzen.

Gérard Mayen