other feature: reviews

Der Standard

Feingefühl und künstlerische Sensibilität zeichnet Saskia Hölblings „other feature“ aus. Der Fokus ist auf den nackten Körper gerichtet, auf vier weibliche Körper. Meist ist die Rückenansicht zu sehen, ein rhythmisches Muskelspiel, ein Tanz, der jede Faser des Torso beansprucht, in dem nahezu jeder Wirbel zum Solisten wird.
Da wird das Zucken des Schulterblattes zum Flügelschlag. Nacktheit auf der Bühne ist im zeitgenössischen Tanz keine Rarität. Doch selten ist gelungen, so ästhetisch und spannend das Auge zu Fesseln.

Ursula Kneiss


tanz.at


Sie lässt die Blicke an bloßen Rücken, Beinen, Armbeugungen und Schulterflügel hinabgleiten. Sensibel und behutsam führt sie das Auge des Zuschauers über die nackten Frauenkörper, die Gesichter bleiben dabei versteckt. Eine nuancierte Lichttechnik (Licht: Krisha Piplits) fasst die Körper ein, stellt sie aber nie bloß. Hölbling ist bekannt für ihre minutiöse und feinfühlige Arbeit.

Gabriele Haselberger


Liberation

Die Österreicherin Saskia Hölbling beginnt noch einmal bei Null. In „other feature“ behandelt sie die Körper wie Knetmasse, wie Ton.
Skulptur. Von der Materie ausgehen und die Konturen neu zusammenfügen, die den von der Werbung und den Illustrierten ausgeschlachteten Bildern entgangen sind: Man geht in diese Vorstellung, als würde man in das Atelier eines Bildhauers eindringen. Die skulptural modellierten Frauen sind meistens in Rückenansicht oder im Profil zu sehen, sie erstarren, werden zu Gemälden von Bacon, verrenken sich, bis sie keine menschliche Gestalt mehr zu haben scheinen. Dieses von den bewegenden Porträts des Fotografen Laurent Goldring inspirierte, äußerst dezente Stück einer Choreografin, die bereits durch ihr kompositorisches Talent und ihre künstlerische Reife (31 Jahre) aufgefallen ist, führt uns liebevoll und spielerisch in das Geheimnis der körperlichen Hingabe ein, wo, fernab von Pornografie oder Prostitution, Leidenschaft noch möglich ist. Ein Tanz ohne Beschützer, ohne Schutz - offen

Marie-Christine Vernay


The Jerusalem Post

Die skulpturale Form wurde neu definiert, wodurch sich auch neue Aspekte der Interpretation eröffnen. Saskia Hölbling ließ ihre Tänzer in einer eigenartigen Abfolge ungewöhnliche Posen und eine Vielzahl faszinierender Positionen einnehmen, die die weibliche Form auf eine Weise exponierten, die im Allgemeinen mit künstlerischer Fotografie assoziiert wird.

Ora Brafman