rrr...: reviews

Berliner Morgenpost

In „reading readings reading“ lässt der Videokünstler Laurent Goldring den Körper des Choreographen Benoît Lachambre zu verschränkten, fast nicht mehr erkennbaren Körperteilen verschmelzen. Wechselnd zwischen deutsch, englisch und französisch, interpretiert die österreichische Tänzerin Saskia Hölbling in einem verwirrten Diskurs zwischen Geraden, Nullpunkten und hyperkomplexen Perspektiven den entformten Leib von Lachambre. Die Theorie löst sich mit feinen Fingerbewegungen und Fußtippen in eine sich windende, fast schwerelose Materie auf. Unvergesslich die Präsenz der Künstlerin.

Andrea Philippi


Frankfurter Allgemeine Zeitung

Benoît Lachambre, Konzept, und Saskia Hölbling, Tanz und Text, die einen Nonsense-Text über, unter anderem, Bezugspunkte, Idealwerte, Systeme, Diagramme, Bemühungen ums Gleichgewicht so raffiniert mit Bewegung verknüpfen, dass die Sprache den Körper beleuchtet und umgekehrt: Man sucht nach dem System der Choreografie, dem Bezugspunkt im Raum für die Tänzerin – der außerdem sozusagen in persona als roter Punkt vor ihr in der Luft hängt – , und man findet Witz und kluge Gedanken in „rrr...“ (reading, readings reading...)

Sylvia Staude


Frankfurter Rundschau

Virtuos treibt Hölbling die Mathematik in die Entropie, setzt Sprache in tanzende Gesten um, und wie sie so in der Mitte der Bühne sitzt, die das Licht in neun Quadrate unterteilt hat, erscheint ihr Körper plötzlich als jener Nullpunkt, in dem sich Geschichte und zukünftiges Handeln treffen. Immer stärker gerät sie dabei in Bewegung, legt ihren Körper wie eine bizarre computeranimierte Form um die Kiste – das Produkt aller im Raum schwebenden Informationen und deren produktive Umsetzung zugleich.

Gerald Siegmund


Wiener Zeitung

Um einen freischwebenden, roten Punkt dreht sich die Performance „rrr...“ des Choreografen Benoît Lachambre im Tanzquartier Wien. Die Tänzerin Saskia Hölbling benutzt auf beeindruckende Weise ihren Körper, um einen mathematischen Text zu veranschaulichen. Die textliche Ebene ergänzt genial die physische.
                                                       
Verena Franke